Große Sorge um die politische Lage in Tansania
Große Sorge um die politische Lage in Tansania und Marburgs Partnerstadt Moshi nach Präsidentschaftswahl und schweren Unruhen
Zu der aktuellen Lage im Land der Marburger Partnerstadt Moshi äußert sich Christoph Ditschler, FDP-Vorsitzender in Marburg, der selbst im April 2025 nach Moshi gereist war:
“In diesen Tagen sehen wir mit äußerster Sorge auf die aktuelle Entwicklung in Tansania. Die Präsidentschaftswahl vom 29. Oktober 2025 hat das Land offenbar in eine noch nie dagewesene Krise gestürzt. Präsidentin Samia Suluhu Hassan wurde laut offizieller Mitteilung mit nahezu 98 Prozent zur Wahlsiegerin erklärt. Viele Beobachter und Menschenrechtsorganisationen sprechen laut Presseberichten von umfassenden Wahlmanipulationen, die das demokratische Fundament Tansanias massiv erschüttern.
Die unmittelbare Folge der verkündeten Wahlergebnisse waren landesweite Proteste, die mit großer Gewalt niedergeschlagen wurden. Wir sorgen uns um die Menschen in Marburgs Partnerstadt Moshi. Da das Internet in Tansania offenbar über Tage abgeschaltet wurde, dringen kaum Informationen nach außen.”
Sicherheitskräfte setzten laut Presseberichten Tränengas und sogar scharfe Munition gegen Demonstranten ein. Es gibt Berichte über Hunderte, teils bis zu 800 getötete Protestierende, die größte Oppositionspartei Chadema spricht von unfassbar hohen Opferzahlen. Währenddessen verurteilt die Regierung jegliche Gewalt – betont jedoch, dass diese angeblich von den Demonstrierenden ausgegangen sei.
Das Internet wurde am Wahltag und danach großflächig abgeschaltet, Nachrichten und unabhängige Informationen sind kaum zugänglich. Die Opposition war weitgehend von der Wahl ausgeschlossen, zentrale Oppositionsführer wurden gefangen genommen oder sehen sich schweren Vorwürfen bis hin zur Androhung der Todesstrafe ausgesetzt, so die Presseberichte.
Die Vereinten Nationen haben unterdessen ihrer tiefen Besorgnis Ausdruck verliehen und fordern eine unabhängige Aufklärung der Ereignisse. Das Auswärtige Amt rät aktuell von Reisen nach Tansania ab – ein klarer Beleg für die Ernsthaftigkeit der Lage.
Christoph Ditschler, FDP Marburg, fügt an:
“Hier in Deutschland ist diese Krise bislang kaum in der Öffentlichkeit präsent, wie es scheint. Gerade deshalb ist es von großer Bedeutung, auf diese dramatische Zuspitzung hinzuweisen. Demokratische Grundrechte, Meinungsfreiheit und Menschenrechte stehen auf dem Spiel – wir dürfen auch als Partnerstadt nicht wegsehen.”
V.i.S.d.P:
Christoph Ditschler
Vorsitzender FDP Marburg