Freiheit bewahren statt Freude verbieten – Gegen ein pauschales Feuerwerksverbot in Marburg
Freiheit bewahren statt Freude verbieten – Gegen ein pauschales Feuerwerksverbot in Marburg
Zum Vorstoß des Oberbürgermeisters Dr. Spies, privates Silvesterfeuerwerk künftig vollständig zu verbieten, erklärt Christoph Ditschler von der FDP Marburg:
„Ich lehne den Vorschlag eines generellen Verbots privaten Feuerwerks entschieden ab. Er steht sinnbildlich für einen Politikstil, der immer häufiger auf pauschale Verbote setzt, statt den Menschen Eigenverantwortung zuzutrauen. Eine liberale Stadtgesellschaft lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger selbstständig Risiken abwägen und verantwortungsvoll handeln können. Wer allen etwas verbietet, weil sich einige wenige verantwortungslos verhalten, bestraft die Falschen.
Gerade für viele Familien gehört das gemeinsame Erleben von Silvesterfeuerwerk seit Generationen zum Jahreswechsel dazu. Eltern, die mit ihren Kindern bewusst, umsichtig und im Rahmen der geltenden Regeln ein paar Raketen zünden, tragen nicht zur Gefährdung der Allgemeinheit bei. Ihnen diese Freude pauschal zu nehmen, halte ich für unverhältnismäßig und falsch. Freiheit bedeutet auch, Traditionen leben zu dürfen – solange dies verantwortungsvoll geschieht.“
Michael Selinka, FDP Marburg, ergänzt:
„Der aktuell viel zitierte Gedanke eines schutzbesessenen Staates, der seinen Bürgern immer weniger zutraut, trifft auch hier zu. Wenn der Staat grundsätzlich daran zweifelt, dass Menschen persönliche Risiken selbst einschätzen können, wird Eigenverantwortung nicht gefördert, sondern abtrainiert. Das kann nicht der Anspruch einer freiheitlichen Demokratie sein.“
Christoph Ditschler fügt an:
„Auch der häufig genannte Verweis auf ein zentrales, von der Stadt organisiertes Feuerwerk überzeugt mich nicht. Ein solches Konzept mag für Menschen in der Kernstadt bequem sein, stellt jedoch für viele Bürgerinnen und Bürger in den Außenstadtteilen ein echtes logistisches Problem dar. Wer nicht in der Innenstadt wohnt, müsste an Silvester zusätzlich Wege auf sich nehmen, um überhaupt ein Feuerwerk sehen zu können. Das bedeutet mehr Verkehr, mehr Organisation und letztlich eine klare Benachteiligung jener, die außerhalb der Kernstadt leben. Ein solcher „Kernstadt-First“-Ansatz widerspricht meinem Verständnis von gleichwertiger Teilhabe aller Stadtteile.“
Michael Selinka abschließend:
„Anstatt verantwortungsvolle Bürger mit Verboten zu gängeln, sollten wir bestehende Regeln konsequent durchsetzen, gezielt gegen illegales und gefährliches Feuerwerk vorgehen und auf Aufklärung setzen. Das ist der liberale Weg: Freiheit bewahren, Verantwortung stärken und Maß halten, wo andere nach pauschalen Verboten rufen.“
V.i.S.d.P.: Christoph Ditschler