FDP Marburg kritisiert Tempo-30-Entscheidung in der Innenstadt
FDP Marburg kritisiert Tempo-30-Entscheidung in der Innenstadt. Antwort auf Anfrage deckt auf: Fragwürdige Datengrundlage und fehlende Transparenz
Die FDP Marburg übt deutliche Kritik an der Antwort des Magistrats auf die Große Anfrage zur Einführung von Tempo 30 auf der Innenstadtachse. Aus der Stellungnahme ( VO/2960/2025-1, öffentlich) geht hervor, dass keine echten Lärmmessungen vor Ort durchgeführt wurden, sondern lediglich Berechnungen auf Basis von Modellen erfolgten.
„Die Stadt stützt eine weitreichende Entscheidung auf theoretische Berechnungen, ohne reale Messungen vorzunehmen. Das ist keine solide Grundlage für einen so tiefen Eingriff in den Verkehr“, erklärt Christoph Ditschler, FDP Marburg.
Auch die mangelnde Transparenz stößt auf Kritik. Zentrale Daten und Gutachten bleiben unter Verschluss, politische Gremien wurden nicht vorab eingebunden. „Wer Entscheidungen dieser Tragweite trifft, muss sie offen und nachvollziehbar begründen. Stattdessen verweist der Magistrat auf interne Unterlagen, die niemand einsehen darf“, so Michael Selinka, FDP Marburg.
Zudem kritisiert die FDP, dass Tempo 30 allein durch Anordnung des Oberbürgermeisters umgesetzt wurde – ohne politische Debatte und ohne Erprobungsphase. „Eine dauerhafte Regelung für alle Tage und Uhrzeiten braucht Akzeptanz und Vertrauen. Beides entsteht nicht durch Alleingänge, sondern durch Beteiligung und echte Fakten“, betont Lisa Deißler, FDP Marburg.
Die FDP Marburg fordert daher eine transparente Offenlegung der Berechnungen, reale Lärmmessungen vor Ort und eine Rücknahme der voreiligen Maßnahme.
V.i.S.d.P.: Christoph Ditschler